Zum Fest gehört die Martinsgans

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EINLADUNG ZUR MARTINSGANS

 

Simon Dachs Zeitvertreiber. 1700
aus Des Knaben Wunderhorn, II. Band

 

Wann der heilge Sankt Martin
Will der Bischofsehr entfliehn,
Sitzt er in dem Gänsestall
Niemand findt ihn überall,
Bis der Gänse groß Geschrey
Seine Sucher ruft herbey.

2. Nun dieweil das Gickgackslied
Diesen heilgen Mann verrieth,
Dafür thut am Martinstag
Man den Gänsen diese Plag,
Daß ein strenges Todesrecht
Gehn muß über ihr Geschlecht.

3. Drum wir billig halten auch
Diesen alten Martinsbrauch,
Laden fein zu diesem Fest
Unsre allerliebste Gäst
Auf die Martinsgänslein ein,
Bey Musik und kühlem Wein.

 


Traditionelle Martinsgans                              ganslaterne.jpg (4740 Byte)


1 frische

Bauerngans

2 Stängel

Beifuß

2

Boskop Äpfel

1/8 - 1/4 l

Wasser

1

Karotte

1

Zwiebel

1/2 Stange

Lauch

1 Stück

Sellerie

Salz


Die Gans, falls nötig, mit einer Pinzette nachzupfen, Flügel und Hals abschneiden. Gans unter fließendem Wasser sorgfältig waschen, trocken tupfen, innen und außen gut salzen, mit Beifuß sowie den geschälten und entkernten Äpfeln füllen. Die Öffnung mit Holzstäbchen und Küchengarn verschließen. Gans mit der Brust nach unten auf den Rost in einen Bräter legen, 1/8 l Wasser zufügen und das geschlossene Gefäß in den kalten Backofen setzen. Bratzeiten auf der unteren Einschubleiste mit 210° C zunächst 150 - 180 Minuten und mit 240° - 250° C noch einmal 10 Minuten. Nach einer Stunde Bratzeit die Gans wenden, das zerkleinerte Gemüse dazugeben und die Haut (aber nicht bis ins Fleisch!) vorsichtig mit einem Hölzchen einstechen, damit das Fett austritt. Während des Bratens mehrmals das Fett abschöpfen und bei Bedarf Wasser nachgießen. Nach 150 - 180 Minuten die Gans mit Salzwasser bepinseln und aufgedeckt - am besten im Deckel des Bräters - bei erhöhter Temperatur 10 Minuten lang knusprig braten. In dieser Zeit für die Soße die Röststoffe vom Rand und Boden des Bräters mit etwas Wasser lösen, den ganzen Soßenfond samt mitgebratenem Gemüse durch ein Sieb passieren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Gans tranchieren und anrichten. Als Beilage die Soße, Semmelknödel sowie Rot- und Grünkohl reichen.
 

 

 

 

 

Die Gänse-Kantate

Text: Hoffmann von Fallersleben

Musik: Volkstümlich aus Schlesien

 

Was haben wir Gänse für Kleider an?

Gi, ga, gack?

Wir gehen barfuß allezeit

in einem weißen Federkleid.

Gi, ga, Gack!

Wir haben nur einen Frack.

 

Was trinken wir Gänse für einen Wein?

Gi, ga, gack?

Wir trinken nur den stärksten Wein,

das ist der Gi- ga- Gänsewein,

gi, ga, gack,

ist stärker als Rum und ´Rack.

 


Martinsgans

aus Des Knaben Wunderhorn, I. Band

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Nach Gras wir wollen gehn,
Die Vögel singen schön,
Der Gutzgauch frey,
Sein Melodey,
Hallt über Berg und Thal,
Die Mühle klappt zumal;
Der Müller auf der Obermühl,
Der hat der fetten Gänse viel,
Die Gans hat einen Kragen,
Die wolln wir mit uns tragen.

 

Der beste Vogel, den ich weis,
Das ist die fette Gans,
Sie hat zwei breite Füße,
Dazu den langen Hals,
Und noch ihr Stimmlein süße,
Ihr Füß seyn gel,
Ihr Stimm ist hell,
Der Hals ist lang,
Wie ihr Gesang:
Gickgack, Gickgack, Gickgack, Gickgack,
Wir singen am St. Martins-Tag.

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Und ist Sankt Martin aus, freu´n wir uns auf Nikolaus!

 

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